Jul 01 2007

Man muss es auch organisieren (können).

MAWSpitau | Kategorie: Feeds, digistraction, news, web2.0 | 4 Kommentare

Wenn man sich der Digistraction (Erklärung und Definition gibt es auf digistraction.de) aktiv hingibt, sollte man sich bewusst darüber sein, dass man die Masse an Informationen der man ausgesetzt ist, auch irgendwie bewältigen können muß. In diesem Fall ist das Augenmerk der Digistraction hauptsächlich auf das sogenannte “social network” gerichtet, welches auch häufig unter dem Stichwort Web2.0 zusammen gefasst wird.

Marcel Weiß von neunetz.com beschreibt in aller Ausführlichkeit, wie er in der Lage ist, über 300 Feeds (genauer: blog-lines) am Tag zu lesen, bzw. zu verwalten. Die digitale Ablenkung, wird hier also von dem automatisierten Status dem man sich nicht aktiv hingibt, sondern eher verfällt, zu einem gewollten, herausgeforderten Versinken in die Informationsflut die einem das Internet bietet.

Durch die scheinbare Organisation des Chaos’, erhält das sinnlose surfen im Netz eine Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Der Versuch einer objektiven Betrachtung zeigt, dass diese Aufgabe nicht lösbar zu sein scheint, da täglich stündlich minütlich ständig mehr Informationen dazu kommen, die es zu sortieren gilt. Somit ist eine (Lebens-)Aufgabe geschaffen, die einem die Rechtfertigung gibt, die meiste Zeit vor dem Rechner zu verbringen. Digistraction als Berufung.

Das Durchstreifen der diversen Blogs, das Spurenhinterlassen (Wie es der bei phpaws.net beschriebene Service BlogLog bietet.)*, wird durch das organisieren der Feeds zu einer Lebensaufgabe, zu einem “Sehen-und-gesehen-werden“, wie es die Flaneure tätigten. Eine Unsinnige Tätigkeit, die keinen echten Zweck verfolgt, wird so mit sich selbst begründet und zu einer Tätigkeit, die nicht mehr hinterfragt werden muss, sondern eine Berechtigung in der Gesellschaft erhalten hat. Das Zeittotschlagen am Computer ist Salonfähig und erhält den Einzug in die Wohn- und Kinderzimmer.

Natürlich darf man nicht vergessen, dass dieses Umherschweifen im Netz und seine Produkte (Blogartikel, Diskussionen etc.) dazu beitragen die Welt des Wissens zu vernetzen und eine neue Art der Ordnung zu schaffen. Durch Punktsysteme (yigg.de oder seoigg.de) entscheidet nicht eine Redaktion was wichtig für den Leser ist und somit auf “Seite eins” erscheint. In einer basisdemokratischen Struktur stimmt der Leser über die Qualität und die Wichtigkeit des Artikels direkt ab.

Somit kann festgehalten werden, dass durch diese neuartike Präsenz im Internet und die dazu geschaffenen Inhalte, eine neue Informationskultur geschaffen wird. Aber wie der Einzelne diese Strukturen nutzt, nicht nutzt, zu viel nutzt oder in ihnen Untergeht, ist in der Qualität der Medienkompetenz des Einzelnen zu suchen. Das Nutzen von feeds, des Web2.0s oder des Internets im Allgemeinen kann also nicht per se schlecht sein. Der Lateiner sagt: „Dosis sola venenum facit.” Letztendlich muss jeder über seine Dosis Web2.0 selbst entscheiden, in wie weit er sich von der realen Welt distanziert oder sein Dasein durch Informationen aus dem Web2.0 aufwertet.

Dieser Text ist auch auf blog.spitau.de veröffentlich worden.

* Aber auch trackbacks und pingbacks zählen zum “Sehen-und-gesehen-werden” der modernen Welt.

Jun 22 2007

digistraction – was soll das?

stez | Kategorie: Allgemein, Audio, EMail, Feeds, Highlights, Links, Zerstreuung, digistraction, digistraction logs, games, intern, news, video, web2.0 | 1 Kommentar

Dies ist der erste Eintrag im digistraction-Blog:

Er soll klären, was das hier eigentlich ist bzw. wird – Also definieren wir wohl am besten zunächst den Begriff digistraction, welcher aus der Feder eines bayerischen Englischlehrers stammt:

Zitat JochenEnglish:

digistraction
… ist ein „portmanteau“ aus „digital“ und „distraction“. Dieses Wort gibt es (noch) gar nicht, ich habe es erfunden, weil es m.E. noch kein gutes Wort für das enorme Ablenkungspotenzial digitaler Medien gibt.

Mittlerweile gibt es im Tugleywood-Blog eine schöne Wörterbuch-Definition, die hier nicht fehlen soll:

digistraction, n. [portmanteau word f. digital + distraction; coined by Jochen Lueders, Munich] capability of digital media, particularly the Internet, to draw someone’s attention away from something by making them look at something else, often a succession of other things, e.g. web sites: In a bout of digistraction, I read all the blogs listed in my feedreader, following one interesting link after another. | Ever since he’s had his DSL flat rate set up, he can’t get any proper work done with all this digistraction everywhere.

Dieses Blog hier dient vor allem dem Aufzeichnen von digistractions durch seine Autoren.

Insofern soll der Aspekt des Eintragens von Aktivitäten die man unter dem Begriff digistraction zusammenfassen könnte in ein virtuelles Logbuch vorrangig sein.

Gleichzeitig ist diese Webseite ein weiteres Stöckchen ja wenn nicht sogar ein möglicher Ast im Dienste von Jochens Wette:

Bislang kennt Google das Wort natürlich noch überhaupt nicht. Ich habe mit einem Kollegen gewettet, dass Google in einem HALBEN Jahr (also am 18.10.07) mindestens ZWANZIG verschiedene Quellen für dieses Wort auflistet.

Dies wollen wir unterstützen und uns und euch(?) gleichzeitig eine Plattform schaffen auf der wir unsere Web-Ablenkungen protokollieren können.

Wer mitmachen möchte, möge sich bitte registrieren und eine mail mit kurzen Angaben zur Person (aufgrund der neuen Gesetzeslage bitte auch Anschrift etc.) an autor@digistraction.de schreiben.

So, jetzt schauen wir mal – wie sich das hier entwickelt.

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